Interview mit Fantasy Autorin Anna Fricke

Anna Fricke

Heute habe ich da Glück die Autorin, Anna Fricke zu interviewen.

1. Was hast du geschrieben?

Ich habe meinen Debütroman „Fynia-Wo die Schafe sterben gehen“ in der „Edition Bärenklau“ als e-Book und als Selfpublisherin via Amazon im „Handel“. In der Anthologie „Lasset uns Menschen machen“ ist ebenfalls eine Kurzgeschichte vorhanden. Und im Moment schreibe ich für das LYX-Storyboard eine High-Fantasy Geschichte, die dort auf einen Vertrag hofft.

2. Zu welchem Genre gehören deine Bücher? Falls es mehrere sind, welches ist dir am liebsten? Und warum?

Ich schreibe am liebsten Fantasy und romantisches. In „Fynia“ habe ich im Urbanfantasy-Stil versucht beides zusammen zu bringen. Bei „Varoxian“ (die LYX-Geschichte) steht das Abenteuer und der spirituelle Einschlag (er wird zum Schamanen ausgebildet) mehr im Vordergrund. Trotzdem erwischt auch ihn die Liebe und das Verlangen nach Zweisamkeit. So ist die Welt ja eben nun mal 🙂

Neues Cover Inka3. Was ist dein zuletzt erschienenes Buch? Wovon handelt es?

„Fynia“ ist das zuletzt erschienene Buch. Also: Fynias Mum hat eine Vision von ihm und einem anderen Mann. Das gefällt ihr natürlich gar nicht und begibt sich auf die Suche nach Antworten. Dabei gerät ihre derzeitige Beziehung ziemlich ins Wanken. Außerdem, was will dieses dumme Schaf an dem Sendemast und wieso spricht es in Rätseln? Kann nicht einmal etwas reibungslos verlaufen?

4. Gibt uns doch bitte einen Einblick in das Leben deiner Hauptperson. Was macht sie besonders?

Sie hat eine Gabe. Das ist eigentlich, da wo sie herkommt, gar nicht besonders 😉 Und sie hat einen starken Willen. Was ihr das Leben manchmal echt schwer macht.

5. Woran arbeitest du im Moment?

Ich arbeite gerade an „Varoxian“. Das ist eine High-Fantasy-Geschichte. Es gibt einen Arbeitstitel, unter dem die Story auch auf dem LYX-Storyboard zu finden und lesen ist: „Im Schatten“. Er ist als abgeschlossenes Werk konzipiert, bietet aber Möglichkeiten für eine Weiterführung. Es geht in erster Linie um den Halborc Varoxian, der als Sklave in einem Ghetto lebt. Aber es geht auch um Nilaya, die kaltblütig und herzlos ihre Gegner verfolgt und tötet. Als Varoxian seinem Gefängnis entflieht, um seinem Volk die Freiheit zu schenken, heftet sich Nilaya an seine Fersen. Dummerweise ist Varoxian anders, als die anderen Orcs und so muss Nilaya bei ihrem ersten Aufeinandertreffen im Kampf erkennen, dass die Welt nicht so schwarz/weiß ist, wie sie immer dachte. Sie wird an Varoxian einen Wesenszug erkennen, den sie niemals bei einem „Monster“ wie ihm erwartet hätte. Es ist für mich eine Herzensgeschichte. Varoxian wird zum Schamanen ausgebildet und bekommt dadurch Einblicke in die Welt, die normalen Lebewesen verborgen bleiben. Diese Reise zu skizzieren und Nilaya dort hinein zu rasseln, hat mir bisher immensen Spaß gemacht.

6. Wann hast du dich entschieden Schriftsteller zu werden? Gab es einen besonderen Anlass/Grund?

Ich konnte nie irgendwas gut. Nach meinem ersten Schuljahr fand meine Klassenlehrerin, dass ich auf die Sonderschule gehörte und eine Psychologin bescheinigte meinen Eltern, dass ich eine Autistin bin. Meine Eltern blieben stur, ich war ja eh auf einer Waldorfschule. Sollen die mich doch mit durchziehen. Nach ein paar Jahren und einer weiteren Therapie schaffte ich schulisch und sozial gesehen den Durchbruch. Das Wichtigste hierbei war ein Aufsatz in Geschichte über Augustus. Ich bemerkte, wie einfach Schule sein konnte: Einfach etwas lesen und dann das gleiche in anderen Worten aufschreiben. Schreiben war klasse!! Auch wenn ich bei Diktaten mit rund 100 Wörtern noch immer 103 Fehler einbauen konnte. Dann hatten wir eine „Epoche“ (so heißt das auf Waldorfschulen), in der wir kreativ sein sollten. Zum Beispiel Geschichten schreiben. Ich habe eine Gruselgeschichte geschrieben und das war das erste Mal, dass mir Hausaufgaben wirklich richtigen Spaß gemacht haben. In der Schule dachte ich natürlich, dass ich das keinem zeigen könnte. Aber Madame rief mich auf und ich las vor. Sie hat mich überaus überschwänglich gelobt. Ich glaube, da wurde der Samen gepflanzt, denn ab da wollte ich unbedingt wieder etwas schreiben und so dafür gelobt werden :-)Seit dem habe ich hunderte von Schulheften, vor allem während des Mathe Unterrichts vollgeschrieben. Zuerst mit Fanfictions zu Harry Potter und Star Trek, dann mit kleinen eigenen Kreationen, die eher wie Fanfictions zu ähm… Harry Potter und Star Trek… wirkten 😉

7. Schreibst du haupt- oder nebenberuflich? Falls nebenberuflich, würdest du gerne hauptberuflich schreiben?

Ich schreibe Nebenberuflich, bzw neben meiner Ausbildung. Ich weiß nicht, ob ich das Hauptberuflich könnte. Ich brauche einen von außen gegebenen Rahmen, in dem ich mich bewegen muss. Ich glaube, wenn ich es hauptberuflich machen wollte, dann müsste ich mir irgendwo 20 km entfernt ein „Schreibbüro“ anmieten, wo mich kein Mann und keine Kinder stören können 😉

8. Wie arbeitest du? (Schreibst du jeden Tag? Setzt du dir eine bestimmte Anzahl Seiten/Wörter/Zeichen als Ziel?)

Immer wenn mich die Lust überkommt, dann schreibe ich. Richtig gute Texte kommen oft spontan dabei heraus, wenn es mir schlecht geht. Dann halte ich den inneren Druck nicht mehr aus und tippe alles in mein Schreibprogramm. Dabei sollte man mich tunlichst nicht stören, außer man will einen Megawutanfall riskieren. Meine geplanten Geschichten schreibe ich auch meist nach Gefühl, eher spontan, wenn ich mal Zeit habe, dann aber oftmals direkt 2 oder 3 Kapitel am Stück (ich habe mal nachzählen lassen. Ein Kapitel hat ca. 3000-3500 Worte).

9. Woher kommen deine Ideen? Was inspiriert dich?

Von Fynia habe ich geträumt. Der komplette Prolog und ein Teil des ersten Kapitels haben mich in der Nacht heimgesucht. Einiges überkommt mich emotional, wie z.B. meinen „Brief an den vertrauten Fremden“, den ich zu einem Wettbewerb eingereicht habe. Und Varoxian sah ich für die Freiheit seines Volkes kämpfen, als ich „In the Shadows“ von The Rasmus gehört habe. Der Song passt wie Arsch auf Eimer 🙂 Ich habe noch viele Ideen im Hinterkopf, und viele sind ähnlich entstanden, wie „Varoxian“. Durch ein Lied, eine Szene, ein Bild oder eine Geschichte, die ich vom Ansatz her gut fand, aber dann doch blöd. Oder einfach durch Tagträume 🙂

10. Planst du dein Buch vor dem Schreiben im Detail oder schreibst du einfach drauf los und schaust was dabei rauskommt?

Meistens habe ich etwas vor Augen, eine Szene zum Beispiel. Oft ist sie der Anfang oder das Finale des Buches. Dann überlege ich weiter. Manches ergibt sich dann einfach. Was für eine Figur kommt zu so einer Szene? Ah, der Halborc Varox, der immer gehänselt wurde. Er hat also dies und das erlebt… dann entstehen neue Charaktere, die auch wissen müssen, wieso sie so geworden sind, wie sie in der Geschichte sind. Und wenn es um ganze erdachte Welten geht, dann muss ich mir auch überlegen, wie es sein kann, dass eine solche Konstellation zustande kommt. Tobt dort ein Krieg? Wenn ich das alles weiß, entstehen meistens neue Szenen. Oftmals habe ich dann einen Anfang, einige wichtige Highlights und Schlüsselmomente, die die Geschichte grob Skizzieren und ein spannendes Finale, auf das ich hinarbeiten kann. Alles, was dazwischen kommt, kommt mit der Zeit. Ich schreibe drauf los, mir kommt ein Gedanke und der wird direkt notiert und an einer passenden Stelle eingebaut. Das ist viel schwieriger, als man so denkt, weil viele Ideen aufgeteilt werden und sich in die Hauptgeschichte einflechten lassen wollen. Da darf man nicht vergessen, dass da ja noch etwas auf einen wartet *zwinker *

11. Was ist für dich beim Schreiben am Schwersten? Was am Leichtesten?

Am Schwersten finde ich den Mittelteil. Wenn mir die Ideen ausgehen, um der Geschichte doch noch eine Wendung, etwas Spannendes zu geben. Manchmal will ich so dringend, dass mein Protagonist es endlich geschafft hat, dass ich ihm diese langen Qualen nicht zumuten möchte. Am Leichtesten bzw. am Schönsten sind für mich hoch emotionale Momente, egal ob sie vor Liebe und Romantik nur so strotzen, oder er gerade sein Herz zerbrechen sieht.

12. Hast du schon einmal an einer Schreibblockade gelitten? Was hast du getan, um sie zu überwinden?

Jetzt gerade habe ich sowas. Eigentlich weiß ich, was zu tun ist, aber so richtig in die Gänge komme ich nicht. Ich habe mich auf dem LYX-Storyboard angemeldet und „Varoxian“ dort eingestellt, um mich zu motivieren weiter zu machen. Dafür brauche ich jedoch den Zuspruch der Leser.

13. Versetzt du dich in eine der Personen in deiner Geschichte, wenn du schreibst? Erlebst du sozusagen die Geschichte mit? Oder bist du eher wie ein Betrachter, der die Geschichte nur von Weitem verfolgt?

Ich versetze mich in meinen Protagonisten rein. Aber bei „Varoxian“ schreibe ich trotzdem aus der dritten Person heraus. Meistens wechsel ich nach ein oder zwei Kapiteln die Sicht, aus der ich schreibe. Dann verstehe ich die Handlungsweisen von Varox und Nilaya auch besser.

14. Wie lange brauchst du im Durchschnitt, um ein Buch zu schreiben?

Für mein erstes habe ich zwei Jahre gebraucht. An „Varoxian“ sitze ich schon seit ca. einem Jahr und es ist nicht annähernd fertig.

15. Was würdest du als Schriftsteller gerne erreichen? Hast du dir ein Ziel gesetzt? (z.B. eines Tages einen Bestseller zu schreiben)

Ich möchte eigentlich „nur“, dass andere sich an dem, was ich schreibe, freuen und es mir dann mitteilen. Wenn ich dadurch einen kleinen Nebenverdienst hätte, würde mich das nicht stören *lächel * Aber hauptsächlich geht es mir darum, dass es andere freut (und mir mitteilen, sonst verliere ich die Motivation).

16. Liest du selbst viel? Was liest du im Moment?

Ich lese unglaublich gerne. Gestern habe ich „Fäden des Schicksals“ von Cassy Fox zu Ende gelesen und werde wohl heute oder morgen die Rezension auf meinem Blog online stellen.

17. Was ist dein Lieblingsbuch? Und warum?

Ich liebe zurzeit den Stil von Maggie Stiefvater. „Nach dem Sommer“-Trilogie. Ich liebe, liebe, liebe sie. Sie schreibt so „weiblich“ und nimmt sich einfach das, was sie will aus den Legenden und erfindet so zum Beispiel ganz neue Werwölfe. Toll!!

18. Hast du ein Lieblingszitat?

Im Moment habe ich folgendes Zitat an meinen Computer geklebt, damit ich es nicht vergesse: „Where there is desire There is gonna be a flame Where there is a flame Someone’s bound to get burned But just because it burns Doesn’t mean you’re gonna die You’ve gotta get up and try, try, try“ Von Pink 😉

19. Welche Bücher (auch Filme oder Musik oder anderes) haben dich besonders beeinflusst?

„Try“ von Pink, aber vor allem im Bezug auf meine bevorstehende Ausbildung. „In The Shadows“ von The Rasmus im Bezug auf Varoxian. Ansonsten liebe ich die Musik aus meiner Kindheit. Disney und Anime. Ich höre sie immer wieder gerne und erinnere mich daran, wie es war ein Kind zu sein. Als man noch uneingeschränkt träumen konnte und schwupp die wupp eben zum Digiritter wurde.

20. Hast du Autoren, die du bewunderst oder die du dir als Vorbild genommen hast?

Für „Varoxian“ versuche ich mich an „Eragon“ zu orientieren, weil ich finde, dass diese Art am besten zu High-Fantasy passt. Von der Emotionalität her versuche ich Maggie Stiefvater nachzueifern.

21. Was würdest du (als Autor) in den nächsten 5 Jahren gerne erreichen?

Ich würde gerne ein sehr gutes Buch schreiben. Eines, wo mir der Leser nach dem Lesen sofort eine Mail zukommen lässt und mir mitteilt, dass ich ein Arsch bin, weil ich jemanden habe sterben lassen, oder mir unter Tränen berichtet, dass es ihm/ihr ähnlich erging. Das wäre das Nonplusultra.

22. Welche Ratschläge würdest du deinem jüngeren Selbst geben?

Nimm verdammt nochmal nicht den erstbesten Verlag, der sich dir anbietet, sondern bestehe darauf, dass „Fynia“ gut genug ist. Mensch zwei Wochen hätten dir gefehlt, dann wärst du bei einem „echten“ Verlag gelandet! Idiot…

23. Wenn du die Möglichkeit hättest deine Bücher nochmal völlig neu zu schreiben, würdest du es tun?

Ich weiß es nicht. Im Nachhinein findet man immer etwas zu meckern. Vielleicht würde ich „Fynia“ noch etwas zurückstellen und weiter ausarbeiten.

24. Welche berühmte Person (lebend oder verstorben) würdest du gerne begegnen und warum?

Eigentlich möchte ich keinem so richtig begegnen. Dann geht die Illusion kaputt, die man sich über diesen Star gemacht hat. Aber wenn ich mal einem VIP begegnen sollte, dann wünsche ich mir Leonard Nimoy. Ich habe Spock so geliebt.

25. Hast du sonst noch Ratschläge für junge Autoren?

Weiter machen und auch mal auf Kritik hören. Das kann man aber so oft sagen, wie man will. Ich kenne das ja von mir. Es geht erst in den Kopf, wenn man es selbst für sinnvoll erachtet.

26. Gibt es sonst noch etwas, was du gerne hinzufügen würdest?

Nur dass ich mich freue, mich hier präsentieren zu dürfen und mich genauso freuen würde, euch bei mir begrüßen zu dürfen. Varoxian würde sich sicher auch über Applaus und Follower freuen 😉

27. Wo kann man mehr über dich und deine Arbeit/ Projekte herausfinden?

Blog: https://www.facebook.com/pages/Wild-Mind/263537160473150?ref=hl

Facebook: www.facebook.de/annafynia

Amazon: Fynia auf Amazon

LYX-Storyboard mit „Varoxian“: https://lyx-storyboard.de/buch/im-schatten

 

Ich bedanke mich vielmals für das Interview.

Ich danke dir!

 

 

 

 

 

Advertisements

Veröffentlicht von

Nicole Janes

Autorin, Illustratorin und Comic Zeichnerin

Ein Gedanke zu „Interview mit Fantasy Autorin Anna Fricke“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s